IM LICHT NORDAFRIKAS
Werke aus Tunesien, Algerien und Marokko
von JF Willumsen und seinen dänischen Kollegen
2. September 2023 –
7. Januar 2024
Mit der Sonderausstellung Im Lichte Nordafrikas Das Willumsens Museum präsentiert ausgewählte Werke moderner dänischer Künstler aus Tunesien, Algerien und Marokko. Von Theodor Philipsens Kurzreise nach Tunis im Jahr 1882 über J. F. Willumsens längeren Aufenthalt in Tunis 1914 und Oran 1931/1932 bis hin zu Ejler Billes und Agnete Therkildsens Besuch in Marrakesch 1952 und 1962 umfasst die Ausstellung einen Zeitraum von 80 Jahren, in dem in allen drei Ländern auch bewaffnete und blutige Unabhängigkeitskämpfe stattfanden.


Nordafrika war damals französisches Territorium, wobei Tunesien und Marokko von 1881 bis 1956 bzw. von 1912 bis 1956 französische Protektorate waren und Algerien von 1830 bis 1962 eine französische Kolonie. Mit der französischen Kolonialisierung Nordafrikas wurde die Infrastruktur, insbesondere in den großen Städten, ausgebaut und die Gebiete leichter erreichbar. Mehrere französische Künstler reisten nach Nordafrika, um dort zu arbeiten, was die dänischen Künstler möglicherweise zu ihrer Abreise inspirierte.
Aus demselben Grund stellt sich die Frage, ob die dänischen Künstler in gewisser Weise die französische Sicht auf die Region übernommen haben. Waren sie im Grunde „Franzosen der zweiten Generation“, und spiegeln ihre Werke ganz oder teilweise eine französische Mentalität in der Darstellung von Bevölkerung, Architektur, Natur und Tierwelt wider? Oder entwickelten sie ihre eigenen Ansichten über die Region? Viele der dänischen Künstler hatten künstlerische Verbindungen zu Frankreich, einige lebten sogar dauerhaft dort, weshalb diese Fragen einer eingehenden Untersuchung bedürfen.


Was malten die dänischen Künstler während ihres Aufenthalts in Nordafrika? Malten sie überhaupt Nordafrika? Die Antwort ist nicht eindeutig. Einige hielten ihre Eindrücke in schnellen Skizzen fest, während andere die Begegnung mit der Region als Ausgangspunkt und Inspiration für ihre eigenen künstlerischen Auseinandersetzungen nutzten, beispielsweise mit Farben, Linien und Oberflächen. Die Gemälde und Skulpturen der Dänen in der Ausstellung spiegeln jedoch größtenteils ein „gefiltertes“ Nordafrika wider, ein Nordafrika, das durch westliche Kunststile dargestellt und interpretiert wird. Ein Nordafrika, das auch die allgemeine Faszination Europas jener Zeit für die arabischsprachige Welt und das Exotische und Fremde widerspiegelt.

Die Ausstellung erstreckt sich über vier Räume. Zwei Räume sind Willumsens Werk aus Tunis und Oran gewidmet, während ein dritter ausgewählte Arbeiten von Willumsen und seinen dänischen Kollegen zeigt. Zusätzlich gibt es einen Reflexionsraum, in dem Archivmaterial, Dokumente, Filme und Touristenbroschüren präsentiert werden, um das damalige Nordafrika historisch zu beleuchten und den Aufenthalt der dänischen Künstler in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen.
Die Ausstellung wird vom Kunsthistoriker Johan Zimsen Kristiansen in Zusammenarbeit mit dem Willumsens Museum kuratiert.
Katalog
Zur Ausstellung wurde ein Katalog veröffentlicht. Im Hinblick auf Nordafrika.
Der Katalog enthält Artikel von Hélène Cixous, Johan Zimsen Kristiansen, Rasmus Alenius Boserup und Lisbeth Lund.
80 Seiten / 40 Abbildungen.

