
Es gibt einen Katalog zur Ausstellung „In der blauen Welle“.
In der blauen Welle. Willumsen und die badenden Kinder
7. September 2016 - 8. Januar 2017
Der Mittelpunkt der Ausstellung In der blauen Welle. Willumsen und die badenden Kinder ist Willumsens Hauptwerk Sonne und Jugend Das Gemälde aus dem Jahr 1910 ist eine Leihgabe des Kunstmuseums Göteborg für die Ausstellung. Es gilt als ein bedeutendes Werk der dänischen Kunst und des nordischen Vitalismus. Dennoch haben nur wenige Dänen das Bild je gesehen, da es seit 1912 nicht mehr in Dänemark ausgestellt wurde. Die Generalprobe zu dem Gemälde befindet sich im J. F. Willumsens Museum. Kinder baden am Strand von Skagen – ein Werk, das viele als das definitive ansehen. Die Ausstellung präsentiert die beiden Gemälde zum ersten Mal gemeinsam.
Die Ausstellung In der blauen Welle. Willumsen und die badenden Kinder präsentiert Willumsens zwei monumentale Badegemälde anhand verschiedener Themen:
DER ARBEITSPROZESS: VON DER IDEE BIS ZUM FERTIGEN ARBEIT
Hier entfaltet sich der umfangreiche Entstehungsprozess des Werkes, die künstlerischen Experimente und die Entwicklung des Motivs. Der gesamte Arbeitsprozess lässt sich teils anhand von Willumsens Briefen, Tagebucheinträgen und Fotografien, teils anhand seines umfangreichen Skizzenmaterials nachvollziehen. Willumsen schuf sowohl kleine, modellierte Figuren als auch Hunderte von gezeichneten und gemalten Skizzen, in denen er verschiedene Figurenkompositionen eingehend studierte, an den Beziehungen von Farbe, Licht und Schatten arbeitete und mit der Inszenierung der Landschaft experimentierte.
PROLOG: DER KUNSTHISTORISCHE KONTEXT
Dieses Thema konzentriert sich auf die kunsthistorischen und kulturellen Strömungen, die Form und Inhalt von Willumsens Badebildern inspirierten, und untersucht, warum die Rezeption Sonne und Jugend war so zurückhaltend. Dieser Teil der Ausstellung umfasst unter anderem Badebilder von PS Krøyer bzw. Laurits Tuxen.
WILLUMSENS TECHNIK UND FARBVERWENDUNG
Die von Willumsen verwendete Technik zur Herstellung Kinder baden am Strand von Skagen og Sonne und Jugend Dieses Gemälde unterscheidet sich deutlich von seinen anderen Werken. Er selbst erklärte, die Maltechnik müsse sich am Sujet orientieren, daher müsse alles der Betrachtung von Licht und Lebenskraft weichen. In beinahe pointillistischer Manier verwendete er kurze, schnelle, dicht beieinander liegende Pinselstriche, um die Dynamik und den vitalen Charakter des Motivs zu betonen.
TOURISMUS: STRANDLEBEN UND BADEKULTUR
Das Thema verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Willumsens Badebildern und dem aufblühenden Tourismus und der Badekultur jener Zeit. Es war kein Zufall, dass Willumsen 1906 und erneut 1909 nach Skagen reiste, um sich dem Motiv badender Kinder zu widmen. Zum einen versammelten sich hier einige der bedeutendsten dänischen Vertreter der Freilichtmalerei der 1880er und 1890er Jahre, zum anderen wandelte sich Skagen um 1900 von einem abgelegenen Fischerdorf fernab der Zivilisation zu einem mondänen Badeort. Hier konnte der moderne Stadtbewohner entspannen und sich von allerlei körperlichen und seelischen Beschwerden erholen, beispielsweise durch einen Strandspaziergang, das Genießen der frischen Luft, ein Sonnenbad und nicht zuletzt ein Bad im heilenden Meer.
DER GESUNDE UND NATÜRLICHE KÖRPER UND UNSER VERHÄLTNIS ZUR NACKTHEIT
In Willumsens Badebildern erscheinen nackte, verspielte Kinder und Jugendliche als Symbole der Lebensfreude, der Natürlichkeit und der Verbundenheit mit der Natur. Als Betrachter wird man unmerklich von der Idee eines idealen, unberührten Lebens verführt, das die Bilder zu propagieren scheinen. Willumsen hat zudem jegliche Kleidung und andere Gegenstände, die das Sujet zeitlich einordnen und es somit mit einer bestimmten Epoche verknüpfen könnten, gänzlich weggelassen. So wird man als Betrachter mit dem nackten Körper des Kindes und Jugendlichen als kultureller Konstruktion konfrontiert. Wie interpretieren und lesen wir den nackten Körper – damals wie heute? Sind wir vielleicht etwas befremdet oder gar verlegen?
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit den Kunstmuseen von Skagens.
„In the Blue Wave“ wurde unterstützt von: 15. Juni Stiftung, AP Møller und Ehefrau Chastine Mc-Kinney Møller Stiftung für allgemeine Zwecke, Augustinus Stiftung, Beckett Stiftung, Königin Margrethe und Prinz Henrik Stiftung, Stiftung von Konsul George Jorck und Ehefrau Emma Jorck, New Carlsberg Stiftung, Attorney General L. Zeuthen's Memorial Grant, Freunde des Skagens Museums, Spar Nord Stiftung, Toyota Stiftung, Aage und Johanne Louis-Hansen Stiftung.
