
Der Körper in Bewegung – Tanzbilder von JF Willumsen
Bewegung in all ihren Formen ist ein wiederkehrendes Thema in J. F. Willumsens Kunst, insbesondere in seinen Tanzmotiven. Im Laufe seiner Karriere schuf Willumsen eine Reihe von Gemälden, die alle die tanzende Frau als Motiv aufweisen.
In den Tanzbildern wird Bewegung als frei und ungehemmt erlebt, aber auch als deren Gegenteil – als kontrolliert und trainiert. Willumsens Tanzbilder sind eine Hommage an den Tanz in all seinen Formen und Epochen. Sie sind eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konventionen und ästhetischen Idealen.
In seinen frühen Jahren wurde Willumsen unter anderem von der amerikanischen Tänzerin Isadora Duncan, die seither als Mutter des modernen Tanzes bezeichnet wird, und der amerikanischen Tänzerin Lola Hawthorn inspiriert, die Willumsen 1896 in Kopenhagen auftreten sah.
Später in Willumsens Leben wird die französische Tänzerin Michelle Bourret, mit der der Künstler Anfang der 1930er-Jahre eine Beziehung begann, zum Modell und zur Inspirationsquelle für seine zahlreichen Tanzdarstellungen. Mit ihr an seiner Seite wird der Tanz zu einem zentralen Thema, das zwischen Realismus und Allegorie, zwischen Porträt und Mythos verschiedene Formen und Bedeutungen annimmt.
Mit ihren wechselnden Kostümen, ihrer ausdrucksstarken Körpersprache und dem angepassten Bühnenbild schlüpft Michelle Bourret in unterschiedliche Rollen. Sie wird als moderne, unabhängige Frau präsentiert, die ihren Körper durch Spiel und Tanz herausfordert.
