HAMMERSHØI

Per Kirkeby erzählte einmal, dass Vilhelm Hammershøi, wenn er knapp bei Kasse war, einige dieser Frauen von hinten malte. Sie ließen sich gut verkaufen und wurden allmählich zu seinem Markenzeichen. Die Modelle waren seine Frau Ida oder seine Schwester Anna.

Hammershøi hatte natürlich sowohl Feinde als auch Bewunderer. Was er malte, war einfach nicht comme il fautUnd die Feinde waren in der Mehrheit. Wie alle gute Kunst passte es nicht in seine Zeit. Seine Wohnung in der Strandgade in Kopenhagen war eine ständige Inspirationsquelle, und er malte deren Interieur immer wieder. Eine ungewöhnliche Abweichung von seinen typischen Themen ist Fünf PorträtsDas Gemälde entstand fünfzehn Jahre vor seinem Tod. Es zeigt fünf Künstler, wobei J. F. Willumsen die markanteste Figur ist; er blickt uns direkt an. Der Tisch, um den die fünf Künstler sitzen, hat unverkennbar die Form eines Sarges und ist für mich ein Symbol für die allgegenwärtige Präsenz des Todes. Hammershøi selbst starb jung, mit nur einundfünfzig Jahren, ohne Anerkennung zu finden. Viel später, als man seine Bilder als fotografische Darstellungen und als Ausdruck einer nordischen Noir-Ästhetik wahrnahm, erlangte er immense Popularität.

Viele seiner Landschaftsgemälde zeigen Szenen aus der Gegend um mein Elternhaus: den Gentofte-See, die Eremitage und Kongevejen (dort befand sich auch das Haus Skovlyst, in dem Strindberg im selben Zeitraum einen Sommer verbrachte).