
Martin Bigum & JF Willumsen
10. Februar – 28. Juli 2024

Martin Bigum und JF Willumsen – Eine künstlerische Begegnung über die Zeiten hinweg
Es gibt eine Reihe verblüffender Parallelen im Werk von Martin Bigum und J. F. Willumsen. Themen, Farbtöne und Motive durchdringen einander über Zeit und Raum hinweg. Diese Parallelen, die in der Ausstellung nebeneinander präsentiert werden, machen einen Vergleich der beiden Künstler an sich schon interessant. Im Zentrum der Ausstellung steht jedoch der künstlerische Prozess aus der Perspektive des Schöpfers. Die Besucher können Gemälde, Lithografien, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Skizzen von Willumsen und Bigum erleben – von ihren frühen Jahren bis zu ihren reifen Werken. Martin Bigums Gedichtsammlung „Overmorgen“ und Klavierimprovisationen werden ebenfalls in die Ausstellung integriert und treten in Dialog mit den ausgestellten Werken.
Es sind Bigums brillante Kommunikationsfähigkeiten und sein persönlicher Zugang zu seinen eigenen Werken sowie zur Kunstgeschichte im Allgemeinen, die er in die Ausstellung einbringt. Ausgehend von seiner eigenen und Willumsens künstlerischen Praxis führt Bigum das Publikum durch die oft anspruchsvollen und komplexen Aspekte des künstlerischen Prozesses. Die Ausstellung ist eine Reise durch das Dasein als bildender Künstler und bietet durch Bigums persönliche und gegenwärtige Erzählung einen Blick hinter die Kulissen von Willumsen und Bigum.

Martin Bigum
Selbstporträt nach Hans Christian Andersens „Der Schatten“
1999

J.F. Willumsen
Projekt für eine Statue des Malers
1941
Martin Bigum und die künstlerische Schöpfung. Wie eine Motte zum Licht
Der Titel der Ausstellung sind Bigums eigene Worte über das Leben und das künstlerische Schaffen des Künstlers:
" Wie eine Motte vom Licht angezogen. Das beschreibt wohl am besten, wie Kunst entsteht. Man erschafft seine Kunst, ohne dass einen jemand dazu auffordert. Ich kann das Knistern, das Zischen, das plötzliche Aufflammen und das unwiderrufliche Verbrennen fast hören, das entsteht, wenn die Motte von der tanzenden Flamme der Wand angelockt wird und hineinfliegt. Und doch verbrennt sie nicht. Denn anders als die Motte verbrennen nicht alle Künstler. Manche kehren unversehrt zurück wie ein Phönix oder ein Pegasus.
Mit diesen Worten als Leitprinzip entfaltet sich die Ausstellung mit einem scharfen Fokus auf genau das, was im Leben des Künstlers und im kreativen Prozess zerbrechlich, gewagt und für manche unverständlich und immer faszinierend ist. Wie eine Motte zum Licht. Martin Bigum & J.F. Willumsen Es enthüllt genau jene Seiten des Künstlerlebens, die nicht immer öffentlich gezeigt werden, zu denen Bigum aber aus gutem Grund Zugang hat. Die Seite, auf der das Streben nach Neuerfindung und Innovation stets auch das Risiko des Ausbrennens oder gar des völligen Erlöschens birgt. Mit Bigums zutiefst persönlichem Zugang zum künstlerischen Prozess öffnet sich die Tür zu dem, was es bedeutet, die Welt in Bildern darzustellen – die sichtbare wie die unsichtbare – die Welt, nach der niemand gefragt hat. Die Welt, deren Fehlen uns nicht bewusst war. Die Welt, auf die wir, nun da sie existiert, absolut nicht mehr verzichten wollen.

Martin Bigum
Radikaler Mythos (Henrik Nordbrandt)
1994

J.F. Willumsen
Sophus Claussen liest Helge Rode und JF Willumsen sein Gedicht „Imperia“ vor
1916
Auf Tournee durchs Land
Wie eine Motte zum Licht. Martin Bigum & JF Willumsen Die Ausstellung findet vom 10. Februar bis 28. Juli 2024 im Willumsens Museum statt. Anschließend wird sie an das Randers Kunstmuseum geschickt, das vom 10. August bis 10. November 2024 Besucher in das Universum von Willumsens und Bigums einlädt.
Die Ausstellung wird von einem Katalog mit Texten von Martin Bigum und der Kunsthistorikerin Merete Sanderhoff begleitet, die als Co-Kuratorin der Ausstellung fungiert und über umfassende Kenntnisse des Schaffens von Willumsen und Bigum verfügt. Die Texte ergänzen die Ausstellung um weitere Aspekte und Perspektiven, die die Begegnung der beiden Künstler offenbart.

Martin Bigum
Der Vater
2015 bis 16

J.F. Willumsen
Der Maler und seine Familie
1912
