Zeit trifft Zeit

JF Willumsen und Jørgen Haugen Sørensen

21. Juni – 30. Dezember 2019

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Foto: David Stjernholm

In der Ausstellung „Zeit trifft Zeit. JF Willumsen und Jørgen Haugen Sørensen“ tritt einer der bedeutendsten lebenden Bildhauer Dänemarks, Jørgen Haugen Sørensen (geb. 1934), in einen Dialog mit einer Auswahl von Werken JF Willumsens. Haugen Sørensen hat eigens für die Ausstellung neue Werke geschaffen; gezeigt werden aber auch Arbeiten aus den letzten 15 Jahren.

In der Ausstellung trifft Willumsens monumentales und klassisch inspiriertes Skulpturenwerk „Das Große Relief“ (1893–1928) auf eine Reihe lebensgroßer und ausdrucksstark gestalteter Bronzefiguren von Haugen Sørensen, die Titel wie „Der unschuldig Schuldige“ und „Das Überflüssige“ tragen. Willumsens Relief, das er auch als „Gedicht über das menschliche Leben“ bezeichnet, ist eine in sich geschlossene Erzählung über die menschliche Existenz in einer Zeit des Umbruchs, in der der Vormarsch der Moderne den Glauben an große Erzählungen untergräbt.

Allen ausgestellten Werken ist gemeinsam, dass sie das menschliche Leben in all seinen Facetten, im Guten wie im Schlechten, in den Mittelpunkt stellen. Ausgehend von Haugen Sørensens Bildwelt rückt die Ausstellung die ernsteren und groteskeren Aspekte von Willumsens Werk in den Fokus und dringt hinter die farbenfrohe Oberfläche, um die existenziellen Tiefen zu ergründen, die sich ebenfalls in seiner Kunst manifestieren.

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Kristeligt Dagblad

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Foto: David Stjernholm

Tollwütige Hunde

… Wir mögen die intelligenteste Spezies in der Geschichte des Planeten sein, aber wenn man Haugen Sørensen und seinen Hunden Glauben schenken darf, auch die dümmste. Der Bildhauer setzt tollwütige Hunde – mit brutaler Raffinesse – kurzerhand mit skrupellosen Menschen gleich und wäre beinahe zur Karikatur verkommen, hätte er nicht so viel Mut in die Modellierung gesteckt.

Das Werk ähnelt nichts anderem – und schon gar nichts Aktuellem. Auch das ist nicht Haugen Sørensens Absicht – er ist Zeitzeuge, und seine Werke entstehen daher in einer Art idealer Opposition, nicht nur zu den politischen Machtspielen, sondern auch zum Zeitgeist, der in der bildenden Kunst vorherrscht. So ist er ein Kind einer vergangenen Ära, als Künstler noch Hand und Verstand einsetzten, um einprägsame Bilder zu schaffen, die andere erleuchten und ihnen einen neuen Blick auf die Welt eröffnen konnten.

Auszug aus Mikael Wivels Artikel „Die Herde – und das Individuum“, der vollständig im Katalog zu „Time Meets Time“ nachzulesen ist.

[Time Meets Time] macht deutlich, dass die Triebe die Oberhand gewonnen haben und die Hauptantriebskräfte des menschlichen Willens sind. Darin liegt ein impliziter Aufruf an die kommende Generation, gegen diesen Wahnsinn anzukämpfen. Alle Schulkinder sollten sich „Time Meets Time“ ansehen. Es könnte die Zukunft beeinflussen.

Monica Ritterband in Kunstavisen 

Ein Sack mit einem Loch darin

… Ein anderes Bild, das mich in meinem Leben begleitet, ist das eines Sacks mit einem Loch. Selbst wenn man die Hand hineinsteckt, findet man keinen Boden. Man wühlt und wühlt darin herum, und plötzlich stößt man auf den Boden – und da ist ein Loch. Und das war’s. So war dein Leben. Für mich ist das auch ein komisches Bild, denn so ist mein Leben.

(…) Wir sind auch ein bisschen naiv. Wir wissen, dass das Leben keinen Sinn hat, aber wir müssen ihm trotzdem einen Sinn geben. Wenn ich eine Skulptur schaffe, die ich für gelungen halte, habe ich ihr einen Sinn gegeben. Das Problem ist nur, dass man diesen Sinn kaum nutzen kann.

Wir sind schon ein paar komische Vögel. Ich finde es wichtig, Humor zu haben. Denn egal, was wir da alles sehen – Äste, Geier, Löcher in Säcken –, ich finde das Leben amüsant. Die ganze Absurdität, die ganze Situation, in der wir stecken, ist interessant. Ich bin nicht depressiv, weil ich etwas tue, was manche Leute für geschmacklos halten, aber vielleicht ist das sogar realistischer. Man kann Spaß haben, selbst wenn das, was man anfasst, am Ende ziemlich gruselig ist.

Auszug aus „Jørgen Haugen Sørensen. Eine Performance – erzählt von Morten Søndergaard“. Der vollständige Artikel ist im Katalog zu „Time meets time“ zu finden.

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Foto: David Stjernholm

Die Ausstellung und der Katalog werden unterstützt von der Augustinus Foundation, der Beckett Foundation, der Grosserer LF Foghts Foundation, der Knud Højgaards Foundation und der Danish Arts Foundation.